Mit dem Theaterstück „Von Gras zu Crystal“ greift der Weimarer Kulturexpress das Thema Drogenabhängigkeit auf und zeigt eindrucksvoll, wie leicht Jugendliche in eine Sucht geraten können. Die brave Anne und die experimentierfreudige Frida sind Sandkastenfreundinnen. Als Jugendliche schaffen sie sich ihr eigenes Reich im Schuppen von Fridas Großvater, wo sie ungestört sind, über alles reden können und wo Frida Anne auch zum ersten Mal einen Joint anbietet. Frida, die schnell in der unbeschwerten Welt des Grases gefangen ist, träumt von Freiheit und einem besseren Leben, doch der Druck ihrer Umgebung und die vermeintliche Möglichkeit, mit Cannabis besser damit umgehen zu können, führen sie auf einen gefährlichen Weg. Anne wird Zeugin davon, wie Frida mehr und mehr Cannabis und Alkohol konsumiert und schließlich auch auf härtere Drogen umsteigt. Die Freundschaft der beiden Teenager droht durch Fridas Konsum und ihre Persönlichkeitsveränderung zu zerbrechen.
Während des Stücks wird deutlich, dass eine Suchterkrankung selten nur den Einzelnen betrifft. Schulischer Leistungsdruck, familiäre Konflikte und der Einfluss des Freundeskreises spielen ebenso eine Rolle wie die gesundheitlichen Folgen. Durch eindringliche Dialoge und bewegende Szenen brachten die Schauspielerinnen Lisa Sattler und Anna Fix das Publikum dazu, selbstständig über die Ursachen und Folgen von Sucht nachdenken.
Nach dem Schlussbild herrschte zunächst Stille in der mit rund 150 Schülerinnen und Schülern der siebten und achten Klassen gefüllten Turnhalle. Die Inszenierung verzichtete weitgehend auf aufwendige Bühnenelemente und lebte stattdessen von der überzeugenden Darstellung der beiden Schauspielerinnen.
In einer anschließenden Diskussionsrunde konnten sich die Schülerinnen und Schüler zu dem Thema äußern und den beiden jungen Schauspielerinnen Fragen stellen. Die Darstellerinnen betonten, dass das Stück auf einer realen Geschichte basiert, auch wenn die Figuren fiktiv sind. Sie appellierten an die Schüler, sich im Ernstfall bei Beratungsstellen, den Eltern, Lehrkräften oder der Polizei Hilfe zu suchen. Ermöglicht wurde die Aufführung durch eine großzügige Spende des Rotary Clubs Rothenburg. Damit unterstützte der Club die Drogenprävention am RSG und leistete einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung unserer Schülerinnen und Schüler. Für dieses Engagement bedanken wir uns herzlich. Barbara Steinke, StiL-Gruppe









