Was für eine Aufregung in den Tagen vorher: „Bei wem werde ich wohnen? Wie werden wir uns verstehen bzw. verständigen? Muss ich mir selbst etwas zum Essen kaufen? Wie oft fahren wir nach Paris? Haben wir auch Freizeit?" Viele Fragen schwirrten in den Köpfen der 10. und 11. Klässler herum, die sich trauten, mal eine ganze Woche ihre Komfortzone daheim zu verlassen und die Fahrt nach Athis-Mons anzutreten, hinein in eine fremde Familie. In den Köpfen der Lehrerinnen kamen noch Fragen hinzu wie „Hat jede,r warme Kleidung dabei? Werden am Abfahrtstag alle gesund sein? Wer wird streiken? Werden alle rechtzeitig in die Metro steigen, bevor sich die Türen schließen?"
All diese Fragen wurden im Lauf der Woche beantwortet, hier ein Auszug der Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Sowohl die 19 Schülerinnen und Schüler als auch die zwei Lehrkräfte Franziska Pflüger und Christiane Weininger wohnten in Gastfamilien, was bedeutete, dass manche nicht nur eine,n Austauschpartner,in hatten, sondern auch zum Teil noch mehrere Austauschgeschwister, die manchmal gleich mit ins Herz geschlossen wurden.
Die Verständigung erfolgte meist multilingual – deutsch, französisch, englisch, Hände und Füße und auch Handy. Im Idealfall wurde natürlich Französisch gesprochen, manche unserer Schülerinnen und Schüler durften sogar mal in den Italienisch- und Spanischunterricht reinschnuppern, schließlich stand an zwei Vormittagen auch Unterricht auf dem Programm.
Niemand musste verhungern, auch wenn der nächste Supermarkt oder Crêpe-Stand oft ein sehr gefragtes Ziel war. Nicht alle kulinarischen Bedürfnisse konnten jederzeit erfüllt werden, sonst wären wir wohl nie pünktlich am Abend zurückgekommen. Die Essenszeiten in der französischen „Cantine" waren für manche sehr gewöhnungsbedürftig, hieß 11.30 Uhr doch, dass es bis zum Abend nichts mehr geben würde! Tatsächlich haben wir viele Kalorien verbraucht, spätabends dann aber wieder bei einem ausgiebigen Abendessen aufgefüllt.
Der Kalorienverbrauch stieg immer dann, wenn wir nach Paris hineinfuhren. Zu Fuß zur RER-Station, dann rein nach Paris, zu Fuß zur nächsten Metrostation, manchmal auch noch zur übernächsten, täglich mit neuen Zielen am Ende des Fußmarsches. Das Tempo der Schülerinnen und Schüler unterschied sich doch oft von dem der Lehrerinnen, aber ja, alle waren rechtzeitig in oder aus der Metro, bevor sich die Türen unbarmherzig schlossen. Von der neurestaurierten Notre-Dame zur Bootsfahrt auf der Seine, vom Musée de l'Immigration quer durch Paris zur Bibliothèque François Mitterand, vom Tour Eiffel bis zum berühmten Viertel Montmartre mit Sacré-Cœur, unsere französischen Partner,innen hatten sich große Mühe gegeben, für uns ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten. Einmal wurde die Sorge der Lehrerinnen doch bestätigt: unser Louvre-Besuch fiel leider tatsächlich einem Streik zum Opfer, aber somit haben zumindest alle einen Grund wiederzukommen!
Auch die langersehnte Freizeit kam (hoffentlich) nicht zu kurz: nach dem Wochenende „allein" in den Familien durften spätestens am letzten Tag noch einmal alle, auch die Lehrerinnen, ihren Nachmittag ohne Aufsicht genießen. Am Abend wurde es beim Bürgermeisterempfang wieder offiziell. Alle deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten von Jean-Jacques Grousseau, dem Bürgermeister der Stadt Athis-Mons, ein „Diplôme de jumelage", eine Partnerschaftsurkunde, bevor im Rahmen eines abwechslungsreichen Buffets, das von den Gastfamilien zusammengestellt worden war, so langsam Abschiedsstimmung einkehrte.
Ein Abschied auf Zeit, der Gegenbesuch in Rothenburg folgt Ende März 2026. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns diese Fahrt ermöglichten, allen voran bei unseren französischen Gastfamilien und den französischen Kolleginnen Anne Forestier und Sarah Sidman.
Vive l'amitié franco-allemande, wir freuen uns schon auf das Wiedersehen!
Christiane Weininger im Namen aller Teilnehmer,innen















